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Report: "Funktion schlägt Design!"
Beim Relaunch bekannter Webseiten zeigt sich seit Neustem ein unaufhaltsamer Trend: Usability wird groß geschrieben. Die grafische Website-Gestaltung verliert an Gewicht und an oberste Stelle rückt die Funktionalität.

Der Relaunch des weltgrößten Computerdesigners IBM war ein beeindruckendes Beispiel dafür: Designfetischisten waren (maßlos) enttäuscht, war doch die Optik nahezu gleich geblieben. Änderungen fanden sich als Resultat negativer Usability-Tests in den Funktionalitäten. Dieser Trend kommt, wie bisher immer, aus den USA. Nicht mehr die Ästhetik des Internet-Auftrittes steht im Mittelpunkt - und schon gar nicht die Technik - sondern die intuitive Benutzbarkeit. Wer diesen Regeln folgt, versetzt sich und seine Site zurück zu den Anfängen des Web: Kurze Ladezeiten, kompatible Seiten, klare Hyperlinks. Tests haben gezeigt: Radikale Umgestaltungen – wie sie etwa Pro 7-online regelmäßig vornimmt – verstört die User. 70 Kilobyte pro Site ist das höchste der Gefühle, das hat sich in den letzten 3 Jahren nicht geändert. Heute gehen 82% der Abbrüche bei Site-Besuchen auf zu lange Ladezeiten zurück.

Der Benutzer steht im Vordergrund

Design-Professor Wolfgang Henseler sieht Ästhetik als Mittel zum Zweck: Eine Site "kann" schön sein, muss aber immer benutzbar sein. Daher müsse man sich an gewisse Standards halten: Eine Studie der Stanford University macht deutlich, dass 80% der Testpersonen beim Aufrufen der Websites zuerst auf den Text achten. Daraus folgerte die Studie, dass der Text wesentlich wichtiger für die Informationsübermittlung sei als die bildliche Darstellung. Benutzer, die öfter eine Site besuchen, werden blind für Banner. Grundsätzlich stumpfen alle Nutzer bei zunehmender Surferfahrung gegen optische Reize ab. Benutzer, die tagtäglich im Netz unterwegs sind, blenden irrelevante und störende Elemente unterbewusst aus, weil sie sich davon keinen Nutzen versprechen.

Den Benutzer an der Hand nehmen

Benutzer brauchen klare Anweisungen, wie sie die Sites zu benutzen haben. Die meisten Unternehmen beschäftigen sich auch heute noch zuerst mit der Verpackung und erst dann mit dem Inhalt. Umgekehrt wäre der effektivere Weg. Der Nutzer will einfach, schnell und unkompliziert zu der Information gelangen, die sie suchen. Die Ausnahme: Besonders junge Zielgruppen suchen nach Optik. Sie sehen das Internet als neues interaktives Medium für eine kurzweilige Freizeitgestaltung. Spielerei, optische Üppigkeit und coole Gimmicks in Form von Flash-Animationen und Game-Ideen scheinen hier das Maß der Dinge zu sein.

Die 9 Regeln der Usability

  • 1. Ladezeit. Je kürzer umso besser.
  • 2. Suchmaschinen. Inhalte in Bildform werden von ihnen nicht registriert.
  • 3. Produktionskosten. Weniger Üppigkeit spart Zeit sondern Geld.
  • 4. Aktualisierung. Veränderungen können problemlos umgesetzt werden.
  • 5. Kompatibilität. Handys und Handhelds können Grafik oft nicht „sehen”.
  • 6. Fernwartung. Externe Mitarbeiter können Sites weit besser warten.
  • 7. Druckbarkeit. Besonders Farbflächen bringen Probleme.
  • 8. Transaktionshindernis. Grafik lenkt von der Kernfunktionalität ab.
  • 9. Navigation. Metaphern/Icons werden oft vom User nicht verstanden.


    In diesem Sinne
    Ihr
    Sascha Keuler


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