Report

Report: Die New Economy geht am Krückstock?!
Die New Economy-Krise hinterlässt also doch ihre Spuren. Online-Redakltionen schrumpfen zunehmends und hier und da verabschieden sich gar ambitionierte Projekte schon in der Startphase. Da stellt sich die Frage, ob nun alles den Bach hinunter geht oder nur Überflüssiges reduziert wird? Steht am Ende dieser Schrumpfkur eine Genesung oder ist es schon der Untergang des Netzes?

Der gegenwärtigen Entwicklung der New Economy gleicht wohl ein wenig der Trennungsphase am Ende einer Beziehung unter langjährigen Partnern. Zuerst kommt die Schockphase! Man kann oder will es nicht wahrhaben. Doch dann kommt die zweite Phase, man meint alles bereits überstanden zu haben. Wieder bleibt ein Schuss Bitterkeit zurück, ein Nachgeschmack und gar Wut und Verzweiflung mischen sich unter. Es dauert lange bis man die selbst aufgebundenen Strategien des Vergessens wegwirft und noch viel später ist die trennung verdaut - Bilder der Reflektion, wahre Trauer führen letztlich zu neuem Mut.

Kopf hoch - wir leben noch!

Während wir in Deutschland wohl mitten in diesem Zyklus gefangen sind, sind die Amis wieder einmal einen Schritt weiter. Zumindest was die dortigen Meldungen der Presse angeht, sind die Wunden bereits geleckt, die Dot-Coms beweisen einen kühlen Kopf. Doch auch hier sah es noch im Frühjahr ganz anders aus. Plötzlich standen Hunderte arbeitslos auf den Straßen und die gerade erst angefahrenen Reifen der ebenso nigel-nagel-neuen Porsche wurden beinahe ungenutzt samt Fahrzeug zurückgegeben. Zuerst nutzten die vorher so gestressten und lebensarmen Informatiker ihre wiedergewonnene Freizeit. Sie machten Urlaub und suchten sich kurzweilige Hobbies, denn Allen war eins gewiss - es ist nur eine kurze Krise - den Boom kann es unterbrechen, aber keineswegs aufhalten. Pustekuchen - auch heute noch werden gleich schubkarrenweise Mitarbeiter auf die Strasse geworfen und auch in diesem Moment verkündet noch eine Dot-Com ihren Untergang oder ein Massensanierungs- und entlassungskonzept. Dennoch, es verzweifelt niemand, denn der Wille ist da / alle oder zumindest Viele haben begonnen antizyklisch zu denken. Gute Leute sind weiterhin gefragt und so profitieren die Grossen gar davon, dass Sie sich nun die Besten wieder aussuchen können. Die Old Economy gibt dafür oftmals das Geld, dass die New Economy letztlich aus dem Schlamassel retten mag.

Gute Leistung für gutes Geld

Auch im Offline-Bereich scheinen die noch kurz zuvor belächelten Global Player nicht nur zu überleben , sondern vielmehr sich besser denn je zu positionieren. New-Economy-Magazine klappen zusammen, Umsätze brechen ein, mit dem Verkauf von Bannerwerbeflächen lässt sich kaum noch eine Mark verdienen. Das Ergebnis sind oftmals die oben angesprochenen Redaktionsschließungen. Und doch empfinde ich das nicht als schlimm. Ich schließe mich den Amis an und denke mir, dass es gut so ist. Weniger Mist im Netz heißt doch letztlich auch für mich weniger Verwirrung und bessere Orientierung. Die Inhalte müssen doch gerade jetzt (noch) besser auf die Kundenbedürfnisse abgestimmt werden und deren Qualität gewinnt zudem noch an Bedeutung. Das dann hier und da Bezahldienste eingeführt werden um neue Einnahmen herbeizuführen, empfinde ich zwar nicht als gut aber zumindest legitim und letzten Endes auch als notwendig. Wo bitte kriege ich den Offline meine Wurst geschenkt? Wer bezahlt denn keine GEZ-Gebühr oder eine monatliche Pauschale für seine Börsennachrichten - all das sollte auch der Online-Welt gestattet werden. Es gibt nichts geschenkt und wenn ist die jetzige Krise wohl eine nicht endende. Wie dem auch sei - es verschwindet Vieles, auf das ich wirklich verzichten kann!

Ab in den Müll mit der Umsonst-Mentalität

Bedenklich finde ich daher auch nicht die Entwicklung zu Schließungen sondern viel mehr, dass man scheinbar Alles für lau, umsonst und kostenlos erwartet. Ist denn das Schlaraffenland dort zu finden, wo Pleiten vorprogrammiert sind? Ich denke nicht! Da verwundert es mich aber gleichwohl doch, dass die einstigen Online-Prediger und Gurus plötzlich den Mund halten und sich dezent aus der Diskussion ausklinken. Wieso ist nun keiner da, wenn mitten in die Schließungswelle plötzlich eine andere Entwicklung gerade bei Print-Verlagen eintritt? Immer vermehrter sehe ich amerikanische Seiten, deren Layout und Inhalte eins zu eins denen der gedruckten Magazine entsprechen. Was ist denn nun bitte mit der Maxime, dass Informationen im Netz anders aufbereitet und präsentiert werden müssen? Wieso bitte verabschieden sich so Viele davon und niemand schreibt erboste Kritiken, erhebt seine mächtige Stimme und sagt wieder wo es lang geht?

Ergo: Meine Zeitung ist offline mehr wert

Ich sehe keinen Mehr-Nutzen darin, wenn ich auf eine neue Nachricht auf der Website ebenso lang warten muss, wie bis zum Erscheinen der Zeitung. Das kann nicht das Wahre sein, dass ich dann dafür auch noch wie für die Zeitung zahlen soll. Ich für meinen Teil bleibe da nachdenklich und verabschiede mich mit der Feststellung, dass ich online keine kostenpflichtige Zeitung lesen werde - wenn's mir nicht gefällt, könnte ich es weder zerknüllen, noch in die Ecke schmeißen!

Euer
   Sascha Keuler

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