Interviews - Webmaster im Gespräch!

Tobias Werren hat seine eigene Traumfrau kreiert!
Tobias Werren heißt gleich 2 Traumfrauen sein Eigen. Manches Traum ist für ihn Wirklichkeit, denn als ihm Julyia nicht mehr gefiel, kam Anette. Die Rede ist nicht von Beziehungkisten, nein, es geht um Chat-Roboter, die Werren für seinen Internetdienst talkingservant entwickelt hatte. Noch heute ahnt man den Pioniergeist einer Technologie, welche heute in dieser Form wohl weit weniger überraschen würde. Lesen Sie nach, wie Visionen von damals heute Realität sind.

Tobias Werren - das Interview
Tobias, ich hoffe das „Du“ ist Dir recht, Du hast dein Projekt „Talking Servant“ nun bereits seit etwa 2 Jahren. Aus diesem Anlass heraus, habe ich mich entschlossen ein Interview mit Dir zu führen. Am Besten Du stellst Dich erst einmal unseren Lesern vor!

Grüezi aus der Schweiz zusammen. Ich heiße Tobias Werren, bin 26 Jahre alt und aus der Region Basel. Als ich mit 14 Jahren meinen ersten PC bekommen habe, ging gerade die Entwicklung der Microsoft DOS Versionen so richtig los. Über Windows 3.1 bis heute zu Windows 2000 habe ich so ziemlich alle Entwicklungsstufen mitgemacht. Eigentlich habe ich meine Lehre als kaufmännischer Angestellter bei einer Basler Spedition absolviert, bin dann aber bald über den PC/Server Support in die Programmierung gesprungen.

Talking Servant hat mittlerweile doch einige gute Kritiken in der Fachpresse erzielen können (so unter Anderem vom Internet-Magazin Ca$h.ch) und scheint sich mit der Idee durchsetzen zu können. Genug der Geheimniskrämerei, was steckt hinter dem Namen und Projekt „Talking Servant“?

Immer wieder werde ich gefragt was genau hinter talkingservant steckt. Hinter dem Namen talkingservant verbirgt sich die Idee der Erschaffung einer angenehmen, freundlichen und frei kommunizierenden Mensch-Maschine Software – den VOAs (Virtual Online Assistant).

Wie kam es zu der Idee des Chat-Bots?

Talkingservant hat eigentlich schon vor meinem ersten PC begonnen. Damals sah ich im Fernsehen eine Sendung einer Universität die ein Programm testete um künstliches Leben zu simulieren. Da begann eigentlich meine Zuneigung für KI und KL Projekte. Schon mit GWBASIC, ein Lineinterpreter der ab MS DOS 3 dabei war, habe ich in diese Richtung die ersten Gehversuche gemacht. Erst aber im Dezember 1999 habe ich den Schritt gewagt meine Idee zu publizieren. Auch damals unter der URL www.talkingservant.com war Herbert der Butler, nach langer Pause Juliya. Heute sind wir bei Anette die sich im Moment mit den neusten, interessantesten Technologien und Ideen verbindet.



"Mich faszinieren Mensch-Maschinen-Roboter."


Mittlerweile ist auch möglich einen Chat-Bot für Privatanwender in die Homepage zu integrieren. Wie lässt sich dies ausführen und welche Probleme bringt der zur Verfügung gestellte Bot mit sich.

Der VOA ‚Anette’ welcher mittels dem Live-Demo und dessen Administration ohne jegwelchen Download und kostenlos in die eigene Webseite integriert werden kann, hat schon großen Zuspruch gefunden. Zur Zeit haben ca. 150 Benutzer ‚Anette’ in Ihre Homepage integriert. Da talkingservant Meldungen von Benutzern grundsätzlich ernst nimmt, konnte die Administration für die Benutzer viel angenehmer und verständlicher gemacht werden. Heute bedienen sogar 9 Jährige das Administrationstool einwandfrei. Wenn irgend jemand Probleme mit der Administration hat: fragt ‚Anette’ nach Ihrer Emailadresse und schickt euren Vorschlag zur Verbesserung! Es gibt natürlich immer Randprobleme wie z.B. das Wissen über die VOA-Technologie. Neu kannst Du deinen persönlichen VOA resp. deine eigene, mit deinen Dialogen ausgerüstete Anette auch per Klick in irgend einen IRC-Chat einloggen lassen. Wenn Anette dann auf einen Chat-Administratoren trifft, der sich noch wenig oder überhaupt nicht mit der VOA-Idee (jedem seine virtuelle Persönlichkeit) auseinandergesetzt hat und einfach grundsätzlich gegen Bots ist (wobei Anette ja nicht mal Werbung macht, außer für sich selber ;-). Zudem sind Partnerschaften z.B. im SMS-Bereich (Anette kann nämlich auch SMS lesen und schreiben) in der aktuell etwas unterkühlten Wirtschaftslage im Internet nur sehr schwierig zu realisieren.



"Anette kann ja selbst SMS oder Emails schreiben!"


Ich habe beschlossen auch auf meinen Seiten Euren Chat-Bot einzusetzen und ihn langfristig so zu schulen, dass er auf simple Html-Fragen Antwort geben kann bzw. durch die Seite führt... Was denkst Du, wie schwer die Anpassung des Bots an Themengebiete ist und welchen zeitlichen Rahmen ein solches Projekt erfordert?

Talkingservant durfte mit dem Produkt ‚Webfeedback’ schon seinen ersten Einsatz erfahren, weitere sind in Arbeit. Die Erfahrung zeigt, dass der Kunde dem VOA zuerst eine Wissensbasis schafft die ca. 1 Woche, maximal 2 Wochen Arbeit einer Sekretärin in Anspruch nimmt und ca. 1-3 Tage für die Integration. Dabei handelt es sich aber um ein komplexes Projekt versteht sich. Für eine private Homepage denke ich an 5 Minuten oder einer Stunde. Speziell in diesem Fall ist es einfach. VOA integrieren und nach wie vor ein wenig dazu administrieren. So lebt das ganze auch und ist immer wieder ein Erlebnis. Da alle Dialoge, welche Anette nicht versteht und mittels einem sogenannten Abfang-Dialog geregelt werden, in einer Online-DB für dich zur Beantwortung bereitstehen, ist das Administrieren nicht verstandener Dialoge ein Kinderspiel. Zudem kannst Du alle Gespräche, welche je ein User mit deiner Anette gesprochen hat, jederzeit administrieren. So bekommt Sie von mal zu mal mehr Intelligenz von dir.

Du bietest Dein Produkt ja mittlerweile auch kommerziell an. Wird es reichen um allein davon zu leben oder meinst Du, dass es sich weiterhin nur um ein Freizeit-Projekt handelt?

Um ein Freizeitprojekt handelt es sich bei talkingservant nicht mehr. Die Besucherzahlen auf der talkingservant Webseite bestätigen immer wieder, dass es ein Thema ist das interessiert. Ob es reicht um davon zu leben wird sich zeigen. Aber wenn jemand in Anette investieren will, bin ich natürlich gerne für entsprechende Gespräche bereit :-)

Gehen wir in die Zukunft, worin besteht Dein langfristiges Ziel? Gibt es Dinge, die Anette, Juliya & Co. noch erreichen können?

Auf jeden Fall! Ich glaube dabei auch nicht, dass es sich immer nur um den VOA wie wir ihn heute kennen handeln wird. talkingservant ist um die Integration neuster Technologien sehr interessiert und verfolgt die aktuellen Entwicklungen sehr genau. Das nächste große Etappenziel wird die Findung und Einbindung einer geeigneten Voice Recognision (Spracherkennung) sein. So könnte Anette auch per Telefon verfügbar gemacht werden. Das kann aber noch ein bis eineinhalb Jahre dauern. Zur Zeit redet sie ja bereits mit einer weltweit einzigartigen Sprachausgabe-Software von SVOX Und um wirklich in die Zukunft zu blicken: Stell dir einmal vor, Anette hätte Zugriff auf dein Outlook oder Lotus oder wo auch immer du deine persönlichen Daten wie Kalender, Adressbuch etc. hast. Dann kann sie dich an Termine erinnern, Freunde für dich kontaktieren etc. Anette wird dann zu einem wirklichen, persönlichen Assistenten. So wie in der richtigen Welt, wo der "Diener" meist auch genau weiß, was der Chef will, gern hat, wann er wo hin will, wen er am liebsten trifft etc. Nur kostet Anette nicht soviel wie ein Diener und es ist wohl auch von der ethischen Seite Zeit, dass wir solche echten Bediensteten abschaffen, oder ;-)?



"Richtig glücklich machte es mich, als ich Anette das erste Mal hören konnte!"


Du hast ja nun eine „lange Zeit“ hinter Dir. Beschreibe doch einmal die Höhepunkte von Dir und Deinem Bot und erkläre uns, was Dich für die Arbeit motiviert.

Ganz sicher der eine an dem ‚Anette’ zum ersten mal durch die neue SVOX TTS hörbar wurde. Ein zweiter war neust der tsIRCClient der ‚Anette’ nun auch ins IRC verfügbar macht – und zwar für jederfrau/jedermann, der eine eigene Anette besitzt (auch aus dem Live-Demo heraus)

Und nun beschreibe die Tiefpunkte des Projektes „Talking Servant“.

In jedem Projekt gibt es Tiefpunkte. So auch bei talkingservant. Ich bin jedoch immer optimistisch und versuche dann den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen. The show must go on! Und vielleicht kommt ja mal ein Ölscheich oder Michael Jackson, welche eine virtuelle Persönlichkeit möchten anstatt sich einfrieren zu lassen. So sind sie wenigstens noch digital vorhanden und ich hätte zwei nette Aufträge, die weitere Investitionen zulassen würden.

Zuletzt noch eine persönliche Frage. Wie hast Du Dich bei Deinem Interview gefühlt?

Ich liebe es zu kommunizieren, wobei ich das aber lieber Anette überlasse. Aber die Unterhaltung mit dir und auch deine Fragen waren interessant. Und vielleicht meldet sich ja der besagte Ölscheich oder eben Michael aufgrund dieses Interviews? ;-)

Herzlichsten Dank, dass Du Dich für das Interview bereitgestellt hast!


Das Interview wurde von Tobias Werren und Sascha Keuler zwischen dem 20. und 22. August 2002 geführt (Emailfragebogen) und im September veröffentlicht.



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